Immer schön der Reihe nach – Fruchtfolge im Gemüsegarten

Anbauschema Gemüsegarten

Hier ein paar Tomaten, dort eine Reihe Kohlrabi, dazwischen ein paar Kräuter und noch eine Hand voll Kohlpflänzchen, die es gerade im Gartenmarkt gab – der Spontananbau mag eine Weile passabel funktionieren. Wer jedoch über Jahre gesunde Pflanzen und reiche Ernten haben möchte, sollte etwas mehr Zeit in die Planung investieren. Jetzt, wo es im Garten ohnehin nicht viel zu tun gibt, ist die beste Zeit dafür.

Wer an derselben Stelle immer wieder die gleichen Gemüsearten pflanzt, laugt durch den einseitigen Entzug von Nährstoffen nicht nur den Boden aus. Krankheiten und Schädlinge, die meist bestimmte Arten bevorzugen, können sich festsetzen. Außerdem hemmen Reste alter Pflanzenwurzeln bei ihrer Zersetzung das Wachstum der nachfolgenden gleichen Pflanzenart.

Ständiger Wechsel

Dem beugen Fruchtwechsel und Fruchtfolge vor. Praktisch heißt Fruchtwechsel, jährlich die Anbaufläche zu wechseln und dieselbe Pflanzenart wie Kohl, Kartoffeln oder Möhren erst nach drei oder vier Jahren wieder an dieselbe Stelle zu setzen. Da auch Pflanzen aus einer Familie nicht nacheinander angebaut werden sollen, wird bei der Fruchtfolge zusätzlich jedes Jahr zwischen Kreuzblütlern, Doldenblütlern (Zwiebeln, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Dill), Schmetterlingsblütlern (Erbsen, Bohnen), Gänsefußgewächsen (Spinat, Mangold, Rote Bete), Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen) und Kürbisgewächsen (Kürbis, Gurken, Melonen) gewechselt. Wo im Vorjahr Erbsen standen, sollten also in diesem Jahr keine Bohnen angebaut werden. Klingt kompliziert, ist es aber höchstens beim ersten Mal. Denn ein einmal ausgetüftelter Plan wird in den kommenden Jahren nur verfeinert oder ergänzt. Ansonsten rückt die gesamte Pflanzenkombination einfach jedes Jahr ein Beet weiter.

Wer mit drei Beeten arbeitet, reserviert das erste für die Starkzehrer, also Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf. Dazu gehören Kohlarten, Kartoffeln, Gurken, Kürbisse und Tomaten. Auf das zweite Beet kommen Mittelzehrer wie Salate, Sellerie, Stangenbohnen, Mangold, Porree, Rote Bete oder Spinat. Auf dem dritten Beet wachsen die Schwachzehrer, zu denen Buschbohnen, Erbsen, Möhren, Zwiebeln sowie Kräuter gehören. Nicht verwirren lassen, wenn sich die Zuordnung je nach Quelle ein wenig unterscheidet. Im nächsten Jahr rücken die Schwachzehrer auf das Beet, wo vorher die Mittelzehrer waren. Diese wiederum werden auf dem Beet angebaut, wo zuvor die Starkzehrer standen. Und die Starkzehrer ziehen auf das Beet, wo im Vorjahr die Schwachzehrer standen. Im zeitigen Frühjahr erhält das Beet für die Starkzehrer dazu eine ordentliche Ladung Kompost von rund fünf Kilogramm je Quadratmeter. Gut geeignet sind auch Mist, Brennnesseljauche oder eine Gründüngung mit Phacelia (Bienenfreund), Lupine, Ölrettich oder Senf. Die restlichen Beete kommen noch mit den Nährstoffen des Vorjahres aus.

Meine Erfahrung

In meinem Garten arbeite ich mit einer Unterteilung in vier Beete, wobei das vierte sich mit Gründüngung das ganze Jahr erholen darf und so im nächsten Jahr bereit ist für die Starkzehrer. Zudem wachsen bei mir zwischen den Gemüsesorten Ringelblumen und Studentenblumen. Sie vertreiben Bodenschädlinge, locken Insekten an und sehen gut aus. Welches Prinzip am besten funktioniert, muss jeder selbst ausprobieren. Wichtig ist nur, niemals die gleiche Pflanze im folgenden Jahr an denselben Platz zu setzen. Weil ich ein schlechtes Gedächtnis habe, notiere ich in einer Gartenskizze, was in welchem Jahr wo gestanden hat. Welches Gemüse sich miteinander besonders gut verträgt und welche Nachbarn sich nicht leiden können, steht im Artikel über Mischkultur.

Gemüsegarten 2 small
Tomatenernte und Paprika Oktober 2017 2
Mangold small

Gärtnergold - Methoden zur Kompostherstellung

Wer seinen Garten biologisch bewirtschaften will, kommt an Kompost nicht vorbei. Dabei ist es ganz einfach, den wertvollen organischen Dünger selbst herzustellen. Ob auf großer Fläche oder für den kleinen Balkongarten: Es gibt für jeden die passende Methode.

Kompost kann man nie genug haben. Er macht schwere Böden wie meinen luftdurchlässiger, wertet sandige Böden auf, sorgt für gesunde Pflanzen, bessere Ernten und kostet nichts. Und um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Ein richtig angelegter Kompost stinkt nicht, sondern riecht herrlich nach feuchtem Waldboden.

Manche mögen‘s heiß

Bei der häufigsten Kompost-Methode landen alle organischen Abfälle aus Küche und Garten auf einem Haufen. Aber nicht wahllos. Erst das richtige Schichten macht einen guten Kompost. Die unterste Lage (ca. 10 bis 30 Zentimeter) besteht aus Ästen, Zweigen, Holzhäcksel und anderem groben Material, welches Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe aufnimmt und zugleich für eine gute Belüftung von unten sorgt. Darüber kommen etwa 30 Zentimeter Garten- und Küchenabfälle, die grüne Lage. Je kleiner das Material, umso leichter haben es die Mikroorganismen bei der Zersetzung. Dabei sollten feuchte und trockene Bestandteile locker vermischt werden. Achtung: Rasenschnitt auf dem Kompost nicht zu hoch auftürmen. Fünf Zentimeter sind optimal. Mehr als zehn Zentimeter sollten es nicht sein, sonst fängt das nasse Zeug an zu stinken. Ich weiß, wovon ich rede, der Nachbar ist da unbelehrbar. Auf das Grünzeug kommt eine etwa fünf Zentimeter dünne Schicht fertiger Kompost oder Gartenerde, die braune Lage. Da darin viele Mikroorganismen enthalten sind, wird unser Komposthaufen sozusagen geimpft. Jetzt wird der Haufen leicht gewässert. Danach wechseln sich Grünzeug und Erde ab bis eine Höhe von etwa 1,50 Metern erreicht ist. Damit sich der Kompost besser erwärmt, kann der Haufen mit einer etwa 20 bis 30 Zentimeter dicken Schicht aus Stroh und Laub abgedeckt werden.

Jetzt geht’s los. Vor allem in den ersten Wochen leisten die Mikroorganismen Schwerstarbeit. Unser Kompost erhitzt sich im Inneren auf bis zu 70 °C. Dieser sogenannte Heißkompost kann im Winter schon mal dampfen. Die Hitze tötet Unkrautsamen, Wurzelunkräuter und sogar hartnäckige Krankheitserreger ab.

Fleißige Gärtner schaufeln ihren frischen Misthaufen häufig um, um die Materialien besser zu mischen und die Rotte zu beschleunigen. Mir ist das zu mühsam. Mein über das Jahr sorgsam aufgeschichteter Gartenabfall bleibt einfach liegen, abgedeckt mit einer Plane. Schließlich brauchen die Bodenlebewesen auch ein wenig Ruhe im Haufen. Ein Komposthaufen sollte im Halbschatten liegen und immer leicht feucht gehalten werden, dann arbeiten sich die Würmer und Mikroorganismen gut voran. Ein feiner Sprühnebel wäre optimal, zur Not tut es bei Trockenheit aber auch eine Dusche aus der Gießkanne.

Kalt geht’s auch

In den meisten kleineren Gärten fallen immer nur geringe Mengen an, so dass es meist zu keiner starken Erwärmung kommt. Ein solcher kalter Kompost braucht zwar länger, bis er reif ist. Was die Nährstoffe angeht, ist er jedoch nicht schlechter als der Heißkompost. Lediglich Unkrautsamen, hartnäckige Wurzelunkräuter wie Ackerwinde und von Krankheiten befallene Pflanzenteile sollten dann nicht auf dem Kompost landen, da die sterilisierende Hitze fehlt.

Ich arbeite mit drei nebeneinander liegenden Kompost-Haufen von jeweils 1,50 Metern Breite. Auf den ersten schichte ich die Garten- und Küchenabfälle des ganzen Jahres wie oben beschrieben. Abgedeckt mit einer Plane warte ich, bis der Haufen die größte Hitze überstanden hat und langsam beginnt abzukühlen. Im Dezember oder Januar schichte ich alles in ein zweites Silo. Dabei wird das Material gut vermischt, die äußeren Schichten landen innen, die inneren außen. Gröbere, unverrottete Teile kommen wieder auf den ersten, nun freien Haufen. Im Sommer wachsen auf dem halbfertigen Kompost Zucchini, Kürbisse oder Kapuzinerkresse. Ein Jahr später ist der zweite Haufen fertig, wird durchgesiebt und wartet entweder in einem dritten Silo auf seine Bestimmung oder wandert gleich auf die Beete (weshalb bei Platzmangel auch zwei Kompost-Boxen ausreichen). Zusatzmittelchen wie Kalk, Gesteinsmehl oder Kompostbeschleuniger brauche ich nicht. Mein fertiger Kompost kommt im Februar oder März auf jene Beete, auf denen später stark zehrende Pflanzen wie Kartoffeln, Tomaten, Gurken oder Rosenkohl wachsen sollen. Drei bis vier Kilogramm pro Quadratmeter reichen aus. Auch Obstbäume und Staudenbeete freuen sich über die Nährstoffe. Aber dafür reicht mein Kompost meist ohnehin nicht.

Lösungen für faule und ungeduldige Gärtner

Für alle, die keine Lust haben, den Kompost mühsam zu wenden oder nicht lange auf fertigen Kompost warten wollen, gibt es drehbare Komposter. Mit einer Kurbel oder motorgetrieben wird die gesamte Tonne gedreht und das Gemisch so belüftet und gewendet. Ganz ohne Wenden kommen Thermokomposter aus – Plastiktonnen mit Deckel zum Einfüllen und einem Schacht unten, um die fertige Erde zu entnehmen. Da die Behälter die Feuchtigkeit im Inneren besser halten, beschleunigt sich die Verrottung und schon nach wenigen Wochen sieht alles nach gutem Kompost aus. Um normale Gartenerde anzureichern, ist das Gemisch gut geeignet. Für den perfekten, reichhaltigen, erdigen Humus muss man jedoch mindestens 40 Wochen warten. Der Nachteil von Dreh- und Thermokompostern: Es lassen sich nur kleinere Mengen Abfall kompostieren.

Vergraben statt aufschichten

Statt die Küchen- und Gartenabfälle aufzuschichten, kann man sie auch untergraben. Und das funktioniert so: Einen zwei Spaten tiefen Graben ausheben, zur Hälfte mit Küchenabfällen, zerkleinertem Zeitungspapier, Pflanzenresten oder Pferdemist füllen und mit Erde zuschütten. Nach zwei bis drei Monaten ist der unterirdische Misthaufen so weit verrottet, dass das Gemüse direkt darüber gepflanzt werden kann.

Wurmkompost

Wer gar keinen Platz hat und dennoch besten Humus schätzt, kann es mit Wurmkompost versuchen. In kleinen Behältern, die im Sommer auf dem Balkon, im Winter im warmen Keller oder in der Küche Platz haben, werden vor allem Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kaffeesatz oder feuchtes Papier von unzähligen Kompostwürmern zersetzt. Die optimale Temperatur liegt um die 20 °C. Nahezu geruchlos entsteht so ein natürlicher Humus mit hochkonzentrierten Nährstoffen. Wer mehr über die Wurmkompostierung und die segensreiche Arbeit der Regenwürmer wissen will, dem sei das sehr lesenswerte Buch von Amy Steward „Der Regenwurm ist immer der Gärtner“ empfohlen.

Das gehört nicht auf den Kompost

  • Gekochte Speisereste, Fleisch- und Fischabfälle
  • Pflanzen und Pflanzenreste mit hartnäckigen Krankheiten
  • Mit Schadstoffen belastete Materialien wie lackiertes Holz oder lackiertes Papier, Haustierkot, Abfälle vom Straßenrand
  • Mit Vorsicht zu genießen sind: Pflanzenreste mit weniger gefährlichen Krankheiten wie Mehltau, samende Unkräuter, Schalen von Zitrusfrüchten (häufig gespritzt), Schnittblumen aus dem Blumenladen, Holzasche.

Goldrausch

Es riecht so herrlich, wenn man früh morgens aus der Tür tritt. Eine der wenigen guten Eigenschaften des Novembers ist der typische Herbstgeruch nach Feuchtigkeit und Pilzen mit einem Hauch Vorfreude auf den Winter. Wenn die Sonne sich durch die Nebelschwaden bricht und das goldene Laub zum Strahlen bringt, lässt sich der Abschied vom Gartenjahr einigermaßen bewältigen. Vor allem, wenn die Laubernte großzügig ausfällt. Meine größte Sorge dieser Tage ist, wie viel Laub ich morgens retten kann, bevor es von Autos zu Matsch zerfahren oder – noch schlimmer – von lärmenden Laubsaugern zusammengeschlürft und wie Müll entsorgt wird.

Spinnerei mit System

Ich weiß, Gärtner spinnen. Eine meiner Spinnereien ist, dass ich die Saison nicht zufrieden abschließen kann, so lange meine Beete nicht gemütlich zugedeckt sind. Unter einer leichten Decke aus Herbstlaub, mit einer Schicht Kompost am Platz gehalten, überstehen Boden, Insekten und viele Pflanzen den Winter einfach besser. Doch mit dem perfekten Laub ist das so eine Sache. Längst nicht alles kommt in Frage. Es sollte dünn genug sein, dass es bis zum Frühjahr leicht verrottet. Gleichzeitig soll es vor Frost schützen. Eichenlaub, das ich massenhaft haben könnte, ist viel zu hart und auch zu sauer, um etwas anderes als die Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren zu mulchen. Unter dem harten Laub fühlen sich zudem die Nacktschnecken recht wohl. Die Ahornblätter, die ich vor zwei Jahren aus dem Nachbarhof angenommen habe, verrotten zwar wunderbar. Doch überall, wo ich sie sorgsam verteilt hatte, keimten im Frühjahr kleine Bäumchen. Wer einmal mühsam die Pfahlwurzeln aus allen Gartenecken gegraben hat, weiß, warum ich die Gratisgabe Ahornlaub höchstens auf den Kompost gebe.

Verpackungsmaterial auswählen

Beim Laub für die Beete bin ich daher wählerisch. Die Blätter meiner Süßkirschen- und Apfelbäumchen harke ich direkt vom Rasen auf das angrenzende Beet und beschwere sie mit ein wenig Kompost. Schon ist alles schön verpackt. Auch die kleine Birke steuert wertvolle Blätter bei. Die Haselnuss-Sträucher sorgen für sich selbst, das Laub bleibt einfach zu ihren Füßen liegen. Leider reicht das bisschen Laub nicht annähernd für den ganzen Garten. An der Straße stehen jedoch schöne Linden mit perfektem, goldenem Laub. Wenn ein leichter Wind die Blätter über Nacht heruntergewedelt hat, klaube ich morgens meine Beute zusammen. Wenn dann alles auf den Beeten verteilt ist, freue ich mich an den letzten Farbtupfern und an meiner eigenen Zufriedenheit über den Goldrausch.

Klar zur Wende?

Umgraben oder nicht umgraben? Gärtner können diese Frage lange und leidenschaftlich diskutieren. Der Boden selbst würde sich dagegen entscheiden.

Umgraben ist wichtig, sagen viele gestandene Gärtner. Nur so erhalte man eine gute Bodengare, also einen fruchtbaren, krümeligen, humosen, gut durchlüfteten Boden. Bloß nicht umgraben, kontern seit Jahren vor allem Biogärtner. Das Wenden der Schollen zerstöre den Lebensraum der Bodentiere. Wer hat Recht?

Fest steht, dass der Boden ein kompliziertes Gefüge aus mineralischen und organischen Stoffen, feinen Wasseradern und Luftporen ist, in denen Wurzeln und Pilze weite Netze weben. Bakterien und Algen errichten unsichtbare Kolonien. Und zahlreiche Tiere vom Maulwurf bis zum winzigen Fadenwurm gehen ihren Geschäften nach. In einem gesunden Boden tragen alle zu einem stabilen Gleichgewicht zwischen Abbau und Aufbau bei.

Der Boden lebt

Die Organismen in den oberen drei bis acht Zentimetern verarbeiten fast alles, was ihnen an organischer Substanz vor die Nase kommt. Erst vertilgen größere Tiere wie Regenwürmer die abgestorbenen Pflanzenteile und ziehen sie in die Erde. Mikroorganismen zersetzen, was übrig bleibt. Dabei entstehen neben Kohlendioxid auch Pflanzennährstoffe wie Kalium, Harnstoff, Magnesium oder Phosphat. Der Bodentrupp braucht Luft, Wärme und etwas Feuchtigkeit, um optimal arbeiten zu können. An holzigen Materialien wie Ästen, Stängeln, Stroh oder Rinde beißt sich die Müllbrigade jedoch die Zähne aus. Hier machen sich Bakterien und Pilze ans Werk und zerlegen das Material zu Humus. Das klappt am besten unter der Erde oder einer Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt oder Pflanzenresten. Denn Bakterien und Pilze mögen es eher dunkel, feucht und etwas kühler als ihre Kollegen aus der oberen Etage. Erst der Humus macht die Erde krümelig und nährstoffreich.

Wirbelsturm im Beet

Beim Umgraben wird der Boden mit jedem Spatenstich gewendet. Das fein abgestimmte Räderwerk der Bodenlebewesen gerät durcheinander. Die Sauerstoff liebenden Organismen aus dem Obergeschoss landen unten und schnappen nach Luft. Die Dunkelheit liebenden Tiefparterre-Bewohner trocknen in der Sonne aus. Es dauert mehrere Wochen, bis sich alle wieder sortiert haben.

Mulchen statt Graben

Inzwischen hat sich bei den meisten Hobbygärtnern die Erkenntnis durchgesetzt, dass nur schwere, lehmige Böden tatsächlich umgegraben werden sollten. Die dicken Bodenklumpen werden dann durch starken Frost gesprengt. Diese sogenannte Frostgare macht den Boden schön feinkrümelig. Doch die Freude währt nicht lange, denn ein schwerer Boden verklumpt nach wenigen Regengüssen wieder. Gerade schwere Böden brauchen Humus, damit sie leicht zu bearbeiten sind und dem Gemüse ein gutes Zu Hause bieten. Dafür wird Jahr für Jahr gemulcht und möglichst häufig Gründünger (Lupine, Klee, Gelbsenf, Bienenfreund etc.) gepflanzt.

Sandige oder mittelschwere Böden brauchen nicht umgegraben zu werden. Es reicht, die Erde mit der Grabegabel zu lockern, ohne sie zu wenden. Dazu einfach die Grabegabel alle 20 Zentimeter einstechen und hin und her bewegen. Wer den Boden im Winter mit Laub, halbverrottetem Kompost, Ernteresten oder abgemähten Gründüngerpflanzen zudeckt, erhält die Nährstoffe und serviert Regenwürmern und Mikroorganismen Feinkost. Im Februar wird die Mulchdecke entfernt und kompostiert, der Boden mit einem Sauzahn oder Grubber durchgelockert und mit reifem Kompost versorgt. Dann kann das Gartenjahr wieder losgehen.

Lazy Gardening - entspannt gärtnern

Etwas weniger Perfektion sowie eine geschickte Auswahl und Kombination von Pflanzen erleichtern das Gärtnern. „Lazy Gardening“ ist der Trend zum unangestrengten Gärtnern.

Gartenarbeit entspannt und ist ein schöner Ausgleich zum oft hektischen Alltag. Allerdings artet es schnell in Stress aus, wenn man auch noch den letzten Grashalm akkurat geschnitten haben möchte. Ganz ohne Pflege hingegen wird aus dem Garten schnell Urwald. Auch wenn beide Extreme ihre Anhänger haben, liegt für die meisten der richtige Weg in der Mitte: Sie wollen mit vertretbarem Aufwand ein ansehnliches Ergebnis. In seinem Artikel „Blumengärten für intelligente Faule“ schrieb der berühmte Staudengärtner Karl Foerster bereits 1925: „Das Kunstwerk eines Gartens scheint mir erst dann vollkommen, wenn seine Pflegearbeiten und Pflegekosten ganz bestimmte Grenzen einhalten.“ Genau das ist das Prinzip von „Lazy Gardening“, frei übersetzt wohl am ehesten mit „entspannt gärtnern“. Damit ist nicht Faulheit gemeint, sondern eher eine gewisse Lässigkeit. Das ist zunächst eine Frage der Einstellung. Wer bei Löwenzahn im Rasen oder Blattläusen am Gemüse einen Wutanfall bekommt, wird nicht entspannt gärtnern können.

Wichtigstes Prinzip: Gärtnern mit dem Standort

Das wichtigste Prinzip nach Einstellung ist: Gärtnern Sie mit dem Standort! Vergessen Sie Rittersporn und Phlox, so schön sie auch sind, wenn Sie einen sandigen Boden haben. Sie werden Ihre ständige Mühe haben und am Ende frustriert sein, während Spornblumen und Königskerzen prächtig gedeihen. Beim entspannten Gärtnern geht es nicht darum, die natürlich vorkommenden trockenen, feuchten oder schweren Böden mit viel Aufwand zu „optimieren“, sondern mit ihnen zu leben. Zu jedem Standort gibt es passende, pflegeleichte Blumen, Sträucher und Gemüse. Es gibt sogar Pflanzen, die steinige und nährstoffarme Böden mögen, etwa Lavendel oder Heidegewächse. Die meisten Obstsorten brauchen jedoch viel Sonnenschein, von Himbeeren und Erdbeeren einmal abgesehen. Lazy-Gärtner bevorzugen mehrjährige, frostharte Gewächse statt einjähriger Pflanzen. Die treiben immer wieder aus und müssen nicht neu gesät oder gepflanzt werden. Bei Sträuchern und Bäumen haben diejenigen die Nase vorne, die keinen regelmäßigen Schnitt brauchen.

Der unentspannte Rasen

Wer jetzt glaubt, ein pflegeleichter Garten sei mit großen Rasenflächen schnell erreicht, sitzt gleich zwei populären Irrtümern auf. „Ein wahrer Moloch an Zeit- und Geldverbrauch ist in vielen Fällen die Schaffung und Erhaltung eines schönen Rasens“, schrieb schon Karl Foerster. Vertikutieren, Düngen, regelmäßig (mindestens einmal die Woche!) Mähen und Unkrautentfernen – all das kostet mehr schweißtreibende Stunden als ein standortgerechtes Staudenbeet, bei dem man allenfalls einmal im Frühjahr und einmal im Herbst Hand anlegen muss. Außerdem erliegen die meisten Gärtner früher oder später der Versuchung, die eintönige Rasenfläche durch Farbtupfer zu unterbrechen. Schließlich sind Blumen für viele der Innbegriff eines Gartens. Widerstehen Sie also dem anfänglichen Drang, alles mit Rollrasen auszulegen. Mit intelligenter Planung lässt sich auch ein Blumengarten ganz entspannt angehen. Außerdem gibt es eine Menge teppichbildender Bodendecker, die problemlos auf Wegen und begehbaren Flächen gepflanzt werden können.

Dem Unkraut keine Chance

Unkraut wächst bevorzugt dort, wo keine geschlossene Pflanzendecke existiert. Wer üppige Blütenstauden oder Sträucher mit einem dichten Teppich von Bodendeckern wie Storchschnabel (Geranium), Stachelnüsschen (Acaena), Immergrün (Vinca) oder Thymian (Thymus) unterpflanzt, gibt dem Unkraut kaum eine Chance. Sind die Beete im Nutzgarten abgeerntet, halten schnell wachsende Pflanzen wie Düngelupinen das Unkraut fern und führen dem Boden Nährstoffe zu. Freie Flächen im Beet und um die Pflanzen herum am besten mit Mulch (z.B. Rindenmulch, Strohhäcksel, Laub, angetrocknetem Grasschnitt) bedecken. Das hält zudem die Feuchtigkeit im Boden und befördert die nützlichen Mikroorganismen.

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Sonntagsgrün

Beate Schöttke-Penke bietet auf Sonntagsgrün nicht nur phantastische Gartenreisen. Ihr eigener Garten ist mehrmals im Jahr wunderschöne Bühne für große und kleine Kunst. Das Gartencafé in der alten Fachwerkscheune mit den selbstgemachten Kuchen ist immer eine kleine Auszeit wert.

Gartenlinksammlung

Die leidenschaftliche Gärtnerin und Literaturliebhaberin Maria Mail-Brandt hat eine unglaublich umfangreiche Linksammlung zu Gartenblogs, Gartenreisen, Gärtnereien und Pflanzenporträts zusammengestellt.

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Von Balkongemüse über Senkgarten bis Inselktenhotel finden sich auf dem Gartenportal nachgeharkt.de viele schöne Ideen und Tipps zum nachmachen.

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