Gärtnergold – Methoden zur Kompostherstellung

Gärtnergold – Methoden zur Kompostherstellung

Wer seinen Garten biologisch bewirtschaften will, kommt an Kompost nicht vorbei. Dabei ist es ganz einfach, den wertvollen organischen Dünger selbst herzustellen. Ob auf großer Fläche oder für den kleinen Balkongarten: Es gibt für jeden die passende Methode.

Kompost kann man nie genug haben. Er macht schwere Böden wie meinen luftdurchlässiger, wertet sandige Böden auf, sorgt für gesunde Pflanzen, bessere Ernten und kostet nichts. Und um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Ein richtig angelegter Kompost stinkt nicht, sondern riecht herrlich nach feuchtem Waldboden.

Manche mögen‘s heiß

Bei der häufigsten Kompost-Methode landen alle organischen Abfälle aus Küche und Garten auf einem Haufen. Aber nicht wahllos. Erst das richtige Schichten macht einen guten Kompost. Die unterste Lage (ca. 10 bis 30 Zentimeter) besteht aus Ästen, Zweigen, Holzhäcksel und anderem groben Material, welches Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe aufnimmt und zugleich für eine gute Belüftung von unten sorgt. Darüber kommen etwa 30 Zentimeter Garten- und Küchenabfälle, die grüne Lage. Je kleiner das Material, umso leichter haben es die Mikroorganismen bei der Zersetzung. Dabei sollten feuchte und trockene Bestandteile locker vermischt werden. Achtung: Rasenschnitt auf dem Kompost nicht zu hoch auftürmen. Fünf Zentimeter sind optimal. Mehr als zehn Zentimeter sollten es nicht sein, sonst fängt das nasse Zeug an zu stinken. Ich weiß, wovon ich rede, der Nachbar ist da unbelehrbar. Auf das Grünzeug kommt eine etwa fünf Zentimeter dünne Schicht fertiger Kompost oder Gartenerde, die braune Lage. Da darin viele Mikroorganismen enthalten sind, wird unser Komposthaufen sozusagen geimpft. Jetzt wird der Haufen leicht gewässert. Danach wechseln sich Grünzeug und Erde ab bis eine Höhe von etwa 1,50 Metern erreicht ist. Damit sich der Kompost besser erwärmt, kann der Haufen mit einer etwa 20 bis 30 Zentimeter dicken Schicht aus Stroh und Laub abgedeckt werden.

Jetzt geht’s los. Vor allem in den ersten Wochen leisten die Mikroorganismen Schwerstarbeit. Unser Kompost erhitzt sich im Inneren auf bis zu 70 °C. Dieser sogenannte Heißkompost kann im Winter schon mal dampfen. Die Hitze tötet Unkrautsamen, Wurzelunkräuter und sogar hartnäckige Krankheitserreger ab.

Fleißige Gärtner schaufeln ihren frischen Misthaufen häufig um, um die Materialien besser zu mischen und die Rotte zu beschleunigen. Mir ist das zu mühsam. Mein über das Jahr sorgsam aufgeschichteter Gartenabfall bleibt einfach liegen, abgedeckt mit einer Plane. Schließlich brauchen die Bodenlebewesen auch ein wenig Ruhe im Haufen. Ein Komposthaufen sollte im Halbschatten liegen und immer leicht feucht gehalten werden, dann arbeiten sich die Würmer und Mikroorganismen gut voran. Ein feiner Sprühnebel wäre optimal, zur Not tut es bei Trockenheit aber auch eine Dusche aus der Gießkanne.

Kalt geht’s auch

In den meisten kleineren Gärten fallen immer nur geringe Mengen an, so dass es meist zu keiner starken Erwärmung kommt. Ein solcher kalter Kompost braucht zwar länger, bis er reif ist. Was die Nährstoffe angeht, ist er jedoch nicht schlechter als der Heißkompost. Lediglich Unkrautsamen, hartnäckige Wurzelunkräuter wie Ackerwinde und von Krankheiten befallene Pflanzenteile sollten dann nicht auf dem Kompost landen, da die sterilisierende Hitze fehlt.

Ich arbeite mit drei nebeneinander liegenden Kompost-Haufen von jeweils 1,50 Metern Breite. Auf den ersten schichte ich die Garten- und Küchenabfälle des ganzen Jahres wie oben beschrieben. Abgedeckt mit einer Plane warte ich, bis der Haufen die größte Hitze überstanden hat und langsam beginnt abzukühlen. Im Dezember oder Januar schichte ich alles in ein zweites Silo. Dabei wird das Material gut vermischt, die äußeren Schichten landen innen, die inneren außen. Gröbere, unverrottete Teile kommen wieder auf den ersten, nun freien Haufen. Im Sommer wachsen auf dem halbfertigen Kompost Zucchini, Kürbisse oder Kapuzinerkresse. Ein Jahr später ist der zweite Haufen fertig, wird durchgesiebt und wartet entweder in einem dritten Silo auf seine Bestimmung oder wandert gleich auf die Beete (weshalb bei Platzmangel auch zwei Kompost-Boxen ausreichen). Zusatzmittelchen wie Kalk, Gesteinsmehl oder Kompostbeschleuniger brauche ich nicht. Mein fertiger Kompost kommt im Februar oder März auf jene Beete, auf denen später stark zehrende Pflanzen wie Kartoffeln, Tomaten, Gurken oder Rosenkohl wachsen sollen. Drei bis vier Kilogramm pro Quadratmeter reichen aus. Auch Obstbäume und Staudenbeete freuen sich über die Nährstoffe. Aber dafür reicht mein Kompost meist ohnehin nicht.

Lösungen für faule und ungeduldige Gärtner

Für alle, die keine Lust haben, den Kompost mühsam zu wenden oder nicht lange auf fertigen Kompost warten wollen, gibt es drehbare Komposter. Mit einer Kurbel oder motorgetrieben wird die gesamte Tonne gedreht und das Gemisch so belüftet und gewendet. Ganz ohne Wenden kommen Thermokomposter aus – Plastiktonnen mit Deckel zum Einfüllen und einem Schacht unten, um die fertige Erde zu entnehmen. Da die Behälter die Feuchtigkeit im Inneren besser halten, beschleunigt sich die Verrottung und schon nach wenigen Wochen sieht alles nach gutem Kompost aus. Um normale Gartenerde anzureichern, ist das Gemisch gut geeignet. Für den perfekten, reichhaltigen, erdigen Humus muss man jedoch mindestens 40 Wochen warten. Der Nachteil von Dreh- und Thermokompostern: Es lassen sich nur kleinere Mengen Abfall kompostieren.

Vergraben statt aufschichten

Statt die Küchen- und Gartenabfälle aufzuschichten, kann man sie auch untergraben. Und das funktioniert so: Einen zwei Spaten tiefen Graben ausheben, zur Hälfte mit Küchenabfällen, zerkleinertem Zeitungspapier, Pflanzenresten oder Pferdemist füllen und mit Erde zuschütten. Nach zwei bis drei Monaten ist der unterirdische Misthaufen so weit verrottet, dass das Gemüse direkt darüber gepflanzt werden kann.

Wurmkompost

Wer gar keinen Platz hat und dennoch besten Humus schätzt, kann es mit Wurmkompost versuchen. In kleinen Behältern, die im Sommer auf dem Balkon, im Winter im warmen Keller oder in der Küche Platz haben, werden vor allem Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kaffeesatz oder feuchtes Papier von unzähligen Kompostwürmern zersetzt. Die optimale Temperatur liegt um die 20 °C. Nahezu geruchlos entsteht so ein natürlicher Humus mit hochkonzentrierten Nährstoffen. Wer mehr über die Wurmkompostierung und die segensreiche Arbeit der Regenwürmer wissen will, dem sei das sehr lesenswerte Buch von Amy Steward „Der Regenwurm ist immer der Gärtner“ empfohlen.

Das gehört nicht auf den Kompost

  • Gekochte Speisereste, Fleisch- und Fischabfälle
  • Pflanzen und Pflanzenreste mit hartnäckigen Krankheiten
  • Mit Schadstoffen belastete Materialien wie lackiertes Holz oder lackiertes Papier, Haustierkot, Abfälle vom Straßenrand
  • Mit Vorsicht zu genießen sind: Pflanzenreste mit weniger gefährlichen Krankheiten wie Mehltau, samende Unkräuter, Schalen von Zitrusfrüchten (häufig gespritzt), Schnittblumen aus dem Blumenladen, Holzasche.

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